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Berner Sennenhund

Klassifikation:FCI-Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde)
Ursprung:Schweiz
Charakter:Sicher, aufmerksam, wachsam und furchtlos in Alltagssituationen; gutmütig und anhänglich im Umgang mit vertrauten Personen; selbstsicher und freundlich gegenüber Fremden; mittleres Temperament; gute Führigkeit
Stockmass +
Gew. (Rüde):
64 bis 70 cm, ideal 66 bis 68 cm
k.A.
Stockmass +
Gew. (Hündin):
58 bis 66 cm, ideal
k.A.


Geschichte

Kapitel I. Vom Dürrbächler zum Berner Sennenhund

Als zu Anfang dieses Jahrhunderts der „Dürrbächler“ zum ersten Mal an einer Hundeausstellung gezeigt wurde, ahnte wohl niemand, dass dieser schlichte Bauernhund seinen Weg in alle Welt hinaus machen würde. Im Laufe der Zeit haben aber die schmucke Erscheinung und das freundliche Wesen Tausende von Hundefreunden für ihn eingenommen.

Was an diesem großen, langhaarigen Hund zuerst ins Auge springt, ist die klar abgegrenzte, symmetrische Zeichnung der drei leuchtenden Grundfarben. Der tiefschwarze Mantel wird umsäumt von rostroten Abzeichen und die weiße Blässe, die weiße Brust sowie die weißen Pfoten und Schwanzspitze putzen den Berner Sennenhund sonntäglich heraus.

Über das Alter und die Herkunft der Schweizer Sennenhunde Rassen sind viele Spekulationen angestellt worden. Vor allem die Theorie, wonach die europäischen Doggen – und insbesondere der Berner Sennenhund – auf die große tibetanische Dogge zurückzuführen seien, hat der modernen Forschung nicht standgehalten. Wir müssen uns damit zufrieden geben festzustellen, dass der Berner Sennenhund seit der Jahrhundertwende aus bernischen Bauernhunden herausgezüchtet wurde, deren Ursprung und Alter niemand mehr weiß. Vieles lässt vermuten, dass die Rasse sehr alt und wohl auch ganz auf dem hiesigen Boden gewachsen ist.

Im Gebiet von Schwarzenburg, das südlich von Bern gegen die Gantrischkette ansteigt, konnte sich der alteingesessene, dreifarbige Bauernhund mit all seinen Qualitäten erhalten. Die Bauern dieser Region schätzten ihn als guten Zughund; aber auch als Treib- und Wachhund. In dieser Landschaft liegt der Weiler Dürrbach, der dem „Dürrbächler“ seinen Namen gab. Diese Bezeichnung ist vermutlich erst gegen Ende des letzten Jahrhunderts in der Stadt Bern und Umgebung entstanden.

Im Jahre 1899 wurde als erster kynologischer Verein im Kanton Bern die BERNA gegründet. Damit wurde endlich auch hier ein Gremium geschaffen, in welchem Rassehundefragen diskutiert werden konnten. Im Jahre 1902 veranstaltete die BERNA in Ostermundigen eine Schweizerische Hundeschau, an welcher erstmals auch drei Dürrbach-Hunde vertreten waren. An der internationalen Hundeausstellung in Bern im Jahre 1904 wurden bereits sechs Dürrbächler gezeigt, vier davon wurden mit Preisen ausgezeichnet und somit ins Schweizerische Hundestammbuch eingetragen. Diese Ausstellung muss als Durchbruch von den Dürrbächler betrachtet werden, da er dadurch erstmals öffentlich Beachtung fand und von einigen Hundefreunden aus der Region Burgdorf die Reinzucht dieser Rasse an die Hand genommen wurde.

1907 zeigten die Burgdorfer Züchter zum ersten Mal ihre Hunde an einer Hundeausstellung in Luzern, wo Prof. Dr. Heim als Richter amtierte. Herr Heim ließ sich über die neue Rasse eingehend informieren und veröffentlichte anschließend im „Centralblatt“, dem offiziellen Organ der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft, einen Bericht über diese Hunderasse. Der Berner Sennenhund hatte das Glück, in Heim einen großen Förderer der Rasse gefunden zu haben, dessen Einsatz und Sachkenntnis ihresgleichen sucht.

Die Burgdorfer Züchter gründeten im November 1907 unter dem Präsidium von Fritz Probst den „Schweizerischen Dürrbachklub zur Förderung reinrassiger Dürrbachhunde“. Schon 1908 konnte der „Dürrbach Klub“ an der „Internationalen Jubiläumsausstellung zum 25-jährigen Bestehen der SKG“ dem Sennenhund-Richter Prof. Dr. Heim 22 Dürrbächler vorführen, wovon rund die Hälfte aus den Stämmen der Burgdorfer Züchter kam und die anderen neu aufgefunden wurden. Damit hatte der Dürrbächler seinen Platz unter den anerkannten Hunderassen gefunden und sein Fortbestand war gesichert. In Langenthal schlug Heim dem jungen Klub vor, in Angleichung an die anderen schweizerischen Sennenhunde, den Dürrbächler künftig „Berner Sennenhund“ zu nennen. Erst 1913 jedoch wurde dem Drängen der SKG nachgegeben, die Hunde umzubenennen. Für die Berner Bevölkerung ist er aber bis heute der Dürrbächler geblieben. Als Berner Sennenhund hat er sich im Laufe der Jahre nicht nur in Europa sondern auch in anderen Kontinenten Freunde gemacht.

Mit großem Eifer wurde an der Verbesserung der Rasse gearbeitet, und von Jahr zu Jahr konnten Fortschritte festgestellt werden. Heute präsentiert sich der Berner Sennenhund als bäuerlich robuster Hund, jedoch niemals plump; sondern als beweglicher Arbeitshund. Dabei verbirgt sind hinter seinem kräftigen Äußeren ein feinfühliges und liebevolles Gemüt, das diesen einstigen Hofhund besonders reizvoll macht. Er ist in einer größeren Gemeinschaft glücklich, verfolgt alles was geschieht mit Interesse und entwickelt zu allen eine freundschaftliche Beziehung. Kindern gegenüber ist er gutmütig; für sein Territorium und dessen Grenzen hat er ein instinktives Empfinden. Auffallend groß ist die Arbeitswilligkeit des Berner Sennenhundes. Was immer er mit seinem Meister zusammen tun kann, tut er gern, sei dies nun das Ziehen eines Wagens, etwas apportieren oder etwas suchen. Es kann deshalb nicht genug betont werden, wie wichtig es ist, für den einstigen Hof-, Treib- und Zughund Ersatzaufgaben für die verloren gegangenen Pflichten zu suchen. Dies können kleine Beschäftigungen im Alltag, es kann aber auch eine Ausbildung in einer Sporthundedisziplin sein. Der guttrainierte Berner Sennenhund eignet sich für jede Hundeausbildung und kann Hervorragendes leisten. Trotz seiner ungestümen Kraft ist er führig und gelehrig. Seit der Klub in den sechziger Jahren Wesensprüfungen für Zuchttiere eingeführt hat, sind misstrauische und ängstliche Hunde selten geworden. Man möchte das muntere und freundliche Wesen des Berner Sennenhundes auch in Zukunft erhalten.



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Allgemeines Erscheinungsbild

Der Berner Sennenhund ist ein langhaariger, dreifarbiger, übermittelgroßer, kräftiger und beweglicher Gebrauchshund mit stämmigen Gliedmaßen, harmonisch und ausgewogen.


Charakter und Verhalten (Wesen)

Sicher, aufmerksam, wachsam und furchtlos in Alltagssituationen; gutmütig und anhänglich im Umgang mit vertrauten Personen; selbstsicher und freundlich gegenüber Fremden; mittleres Temperament; gute Führigkeit.


Größe

Rüden:  64 bis 70 cm Widerristhöhe, ideal 66 bis 68 cm
Hündinnen: 58 bis 66 cm Widerristhöhe, ideal 60 bis 63 cm



Die Rasse wird im Landesverband betreut vom:


Deutscher Club für Berner Sennenhunde e.V.
Michael Westenberger
Hauptstraße 131 a
55592 Breitenheim



Autor: Deutscher Club für Berner Sennenhunde e. V.

April 2006


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