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Border-Collie

Klassifikation:FCI-Gruppe 1 (Hüte- und Treibhunde (ausgenommen Schweizer Sennenhunde))
Ursprung:Großbritannien
Verwendung:zu harter und ausdauernder Arbeit fähiger Herdenhund von guter Führigkeit
Farben:eine Vielfalt von Farben ist erlaubt, wobei weiss nie vorherrschen soll
Charakter:aufgeweckt, aufmerksam, führig und intelligent, weder nervös noch aggressiv
Stockmass +
Gew. (Rüde):
53 cm
k.A.
Stockmass +
Gew. (Hündin):
etwas weniger
k.A.
Lebenserwartung:12 - 15 Jahre


Beschreibung

Wesen und Erziehung

Der Border Collie ist aufmerksam, klug, temperamentvoll, lernfreudig, leichtführig und sehr lebhaft. Er muss auf jeden Fall eine sinnvolle Beschäftigung haben, die neben dem Hüten auch im Agility, Dogdancing, Obedience, Breitensport, Rettungshundearbeit, Fährtenarbeit und vielem mehr liegen kann.

Ein Border Collie ist gerne dort, wo seine Familie ist und wäre am liebsten immer mit dabei. Wenn ein Border Collie nicht ausreichend beschäftigt und ausgelastet ist, kann er sich schnell zu einem sehr nervigen Zeitgenossen entwickeln.

Jogger, Fahrräder und Autos hüten sind nur eine Escheinungsform von mangelnder oder falscher Beschäftigung.

Bei der Erziehung eines Border Collies braucht man sehr viel Konsequenz. Der Border Collie lernt sehr schnell. So ist er auf der einen Seite leicht zu erziehen, auf der anderen Seite lernt er verkehrte Dinge, die durch Fehler des Besitzers vermittelt werden, genauso schnell.  Da der Hund sensibel ist, merkt er auch schnell Unsicherheiten seines Besitzers und übernimmt diese oder versucht die Führung in der Mensch-Hund-Beziehung zu übernehmen.

Der Border Collie ist kein Anfängerhund. Man sollte schon Hundeerfahrung besitzen, wenn man sich überlegt, einen Border Collie anzuschaffen.

Neben der Unterforderung, die man immer wieder beim Border Collie antrifft, gibt es auch die Überforderung. Manche Besitzer meinen, da sie einen so intelligenten Hund haben, müsse er rund um die Uhr beschäftigt werden. Aber gerade hier ist es wichtig, dass der Hund lernt, dass es auch Zeiten gibt, an denen gar nichts stattfindet und er Ruhe halten soll. Je mehr man, gerade dem jungen Hund, anbietet, desto mehr fordert er auch ein. Ein ausgewogenes Maß ist wie überall das ideale.


Fressen und Gesundheit

Der Border Collie zeigt sich manchmal als nörgeliger Fresser. Schnell kommt man dann in die Versuchung, dem Hund verschiedene Futter anzubieten. Doch Vorsicht,  hier meint der clevere Vertreter seiner Rasse, dass man das auch ausnutzen kann und schauen, ob es nicht etwas besseres gibt.

Der Border Collie sollte ein schlanker Hund sein. Die Rippen müssen fühlbar sein. Ein zu dicker Hund kann sich oft nicht mehr richtig bewegen und fühlt sich dann nicht wohl.
Der Border Collie ist ein robuster Hund. Allerdings kann es auch hier, wie bei jedem Hund,  Erkrankungen wie HD, Epilepsie, Allergien  und Herzerkrankungen geben.

Ein Border Collie hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren. Genetisch können Border Collies bisher auf folgende Krankheiten untersucht werden: CEA (Collie Eye Anomalie), CL (Neuronal Ceroid Lipofuscinosis) und TNS (Trapped Neutrophil Syndrome). CEA ist eine Augenerkrankung und wird von einem Defekt im Augenhintergrund ausgelöst.
CL ist eine Stoffwechselfunktionsstörung, die sehr selten auftritt. Sie ist unheilbar und immer tödlich.
TNS ist eine Erkrankung, bei der das Rückenmark zwar weiße Blutkörperchen produziert, aber nicht in der Lage ist, sie an den Blutkreislauf weiterzugeben. Befallene Welpen haben ein geschwächtes Immunsystem und sterben schließlich an einer Infektion.

Dadurch, dass es die Tests gibt, kann in der Zucht gezielt daraufhin gearbeitet werden, diese Krankheiten auszurotten.



Geschichte

Den Border Collie gibt es in Deutschland seit Ende der siebziger Jahre.  Im November 1978 wurde der erste Border Collie in das Zuchtbuch des Clubs für Britische Hütehunde (VDH) eingetragen.

In England war der Border Collie dagegen schon sehr viel früher bekannt. Bis 1570 kann man die ersten Beschreibungen eines Border Collie ähnlichen Hundes zurückverfolgen.

Der bekannteste Vorfahr der Border Collies ist Old Hemp. Züchter dieses Hundes war Adam Telfer.

Seinen Namen hat der Border Collie von dem Grenzgebiet zwischen England und Schottland, wo er ursprünglich beheimatet war (border = Grenze).

Die Schaffarmer erkannten immer mehr, wie wichtig ihre Border Collies für sie waren. Viele waren stolz auf ihre intelligenten und gehorsamen Hunde und setzten ihren Ehrgeiz daran, einen überragenden Hund auszubilden und zu besitzen. Der Border Collie wurde sehr lange nur auf seine Hütefähigkeiten hin selektiert und so ist eine einzigartige Rasse entstanden.

Auch heute noch ist der Border Collie bei vielen Schafhaltern ein unersetzlicher Helfer.

1873 wurde erstmals ein „Sheepdogtrial abgehalten, in denen die Hunde wettbewerbs-mäßig miteinander verglichen wurden. Diese Trials fanden regen Zulauf und in den folgenden Jahren fanden sie immer häufiger statt. Im Laufe der Zeit wurden einheitliche Regeln aufgestellt, nach denen die Trials gerichtet wurden. Diese Veranstaltungen wurden immer populärer, da es den Leuten gefiel, diese einzigartigen Fähigkeiten der Border Collies und ihre Arbeitsweise an den Schafherden unter Wettkampfbedingungen beobachten zu können.

Auch heute noch finden jährlich jede Menge Trials in England statt. Es gibt sogar  eine Fernsehserie, die den sportlichen Hütehundewettkampf zum Inhalt hat, sie heißt: „One Man and his dog". Die Border Collies haben sich inzwischen über ihr Ursprungsgebiet hinaus weltweit verbreitet. Als unentbehrliche Schafarbeitshunde werden sie bei vielen Schafhaltern geschätzt. Auch die Trials werden in vielen Ländern (so auch in Deutschland) abgehalten.

Im ISDS (International Sheep Dog Society), der 1906 in England gegründet wurde, wird ein Register über die arbeitenden Hunde geführt.

1987 entstand die „Arbeitsgemeinschaft Border Collie Deutschland“, die sich schwerpunktmäßig mit der Hütearbeit beschäftigt.

Seit 2006 hat sich die Arbeitsgemeinschaft dem ISDS angeschlossen und betreut  Züchter, die Border Collies mit ISDS-Papieren züchten.

Die meisten Züchter in Deutschland sind allerdings dem Club für Britische Hütehunde (VDH) angeschlossen. 



Zum Rassestandard

Aussehen

Der Border Collie ist mittelgroßer, geschmeidig wirkender Hund. Die  Größe beträgt bei Rüden ca. 53 cm, Hündinnen sind etwas kleiner.

Das Fell kann lang- oder kurzhaarig sein. Eine besonders intensive Fellpflege benötigt der Border Collie nicht. Einmal in der Woche ein gründliches Bürsten mit Kontrolle der Zähne, Ohren und Pfoten reicht im Normalfall völlig aus.


Farben

Beim Border Collie sind folgende Farben bekannt: schwarz-weiß, rot-weiß, zobel bzw. dunkelzobel-weiß, blau-weiß, lilac-weiß, australisch rot-weiß, tricolour, blue- merle, rot-weiß merle. Dazu können bei allen Farben noch braune Abzeichen auftreten (wie beim tricolour). Das nennt man „Tan“ (z.B. Blau-weiß mit Tan).



Ein Wort zum Schluss:

Wenn Sie sich für einen Border Collie interessieren, sollten Sie sich die Anschaffung sorgfältig überlegen und sich bei verschiedenen Züchtern informieren. Löchern Sie den Züchter mit Ihren Fragen und seien Sie sich gewiss, dass ein guter Züchter auch sehr viel über Sie wissen möchte und wie Sie sich das gemeinsame Leben mit Ihrem Hund vorstellen. Ein Border Collie ist ein Arbeitshund, der ohne ausreichende und angemessene Beschäftigung nicht glücklich werden kann.


Weitere Informationen:

Club für Britische Hütehunde e.V.
Zentrale Welpenvermittlung: 05207/8330
Internet: http://www.cfbrh.de/



Die Rasse wird im Landesverband betreut vom:


Club für Britische Hütehunde e.V.
Beate Steinz
Sonnenhang 23
63667 Geiß-Nidda



Autor: Eva Busch, Rassebetreuer für Border Collies im Club f. Britische Hütehunde

Juni 2008


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