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Deerhound

Klassifikation:FCI-Gruppe 10 (Windhunde)
Ursprung:Großbritannien
Farben:silbergrau, blaugrau, dunkelgrau
Stockmass +
Gew. (Rüde):
ab 76 cm
etwa 45,5 kg
Stockmass +
Gew. (Hündin):
ab 71 cm
etwa 36,5 kg


Beschreibung

Mit seinem rauen, drahtigen, nässeabweisenden Haarkleid, überwiegend in den Farbschlägen silbergrau, blaugrau und dunkelgrau, ist der Deerhound vorzüglich dem rauen britischen Hochlandklima angepasst und für den Freiluftaufenthalt gerüstet. Bei seinem Anblick entstehen unweigerlich Bilder von schottischen Castles und ausgedehnten Parks rund um herrschaftliche Landsitze vor dem geistigen Auge. Tatsächlich wurde er in früheren Jahrhunderten in solcher Umgebung gehalten und von seinen vorzugsweise fürstlichen Besitzern zur Jagd auf Hirsche, Elche und Wildschweine eingesetzt.
Heute ist im Ursprungsland Schottland die Arbeit mit Hirschen sehr selten, gelegentlich noch Rehe, die sich so vermehrt haben, dass die Hunde häufig auf sie treffen. Obschon er, wie so viele Rassen, seine eigentliche Aufgabe verloren hat, bedeutet dies nicht, dass der Bestand zurückgegangen ist oder dass er seine stolzen und liebenswerten Eigenschaften verloren hat.

Obwohl Deerhounds bereits zwischen 1920 und 1930 ihr Debüt in Deutschland gaben, erscheinen sie in neuer Zeit erst wieder ab 1970 bei uns.

Der Deerhound ist an alle Lebensumstände anzupassen und hat viele Vorzüge. Trotz seiner Größe, ist er geeignet und liebt es im Haus zu leben, aber auch die Unterbringung im Freien ist zu mehreren oder im Rudel durch seine Robustheit völlig problemlos. Wichtigster Aspekt ist aber immer der Familienanschluss.

Die Zucht und Aufzucht von Jungtieren ist für den Züchter aufwendig und kostspielig. Auch der spätere Besitzer eines Welpen sollte sich darüber im Klaren sein, dass die schnellwachsenden Jungtiere qualitativ anspruchsvolle Ernährung und Sorgfalt für die weitere Aufzucht brauchen. Der Deerhound ist aber kein großer Esser oder gieriger Hund. Zur Unterstützung eines korrekten Knochenaufbaus sollte der Junghund angemessene Bewegungsmöglichkeiten haben, genau abgewogen zwischen zuviel und zuwenig und auf keinen Fall überernährt sein. Das Fell mit ca. 7-10 cm Haarlänge erfordert wenig Pflege, nur gelegentliches Überbürsten. Auch bei schlechtem Wetter bringt dieser rauhaarige Windhund kaum Schmutz mit, Wind und Wetter beeindrucken ihn nicht.
Der Deerhound ist ein sehr intelligenter Hund. Er hat ein hohen Einfühlungs- und Anpassungsvermögen an den Menschen. Allerdings neigt er wegen seines Stolzes dazu, bei ungerechter Behandlung, hier und da vorübergehend beleidigt zu sein.

Er ist sanftmütig, zeigt Gelassenheit und ist frei von jeder Aggressivität, und liebenswürdig und geduldig mit Kindern. Im Haus verhält er sich still und angepasst, wenn sein täglicher Auslauf nicht vernachlässigt wird. Der Deerhound ist ein äußerst angenehmer Begleiter und gut zu führen, beim Reitsport ist er ebenfalls ein idealer Begleiter.

Für sportliche Betätigung bieten die Windhundsportvereine des DWZRV gute Trainingsmöglichkeiten. Besonders geeignet für die Deerhounds ist die Teilnahme an Coursings, das sind dem natürlichen Bewegungsdrang nachempfundene Veranstaltungen im freien Gelände, die einen hohen sportlichen Wert sowohl für die Hunde, als auch für ihre Besitzer haben.

Der Deerhound, mit all seinen Vorzügen, hat einen vornehmen und liebenswürdigen Charakter, Stolz und Adel – eine unvergleichliche Imposanz und Eleganz.

Wer ihn kennen gelernt hat, wird unweigerlich sein Herz für immer an diese Rasse verlieren.



Geschichte

Der Deerhound oder Schottische Hirschhund ist der Aristokrat in der Hundewelt. Er ist Schottlands älteste Hunderasse. Dies wird durch frühmittel- und mittelalterliche Berichte über diese edlen Windhunde dokumentiert. Sir Walter Scott, Schottlands berühmtester Dichter verewigte im 18. Jahrhundert die Rasse in vielen seiner Dichtungen, und Landseer im 19. Jahrhundert in seinen Gemälden. Die Frage, ob es sich um eine uralte Rasse als direkte Nachkommen des Wolfes handelt oder vielmehr um das Produkt aus dem keltischen Windhund und anderen großen Rassen, lässt sich nicht mit Sicherheit klären. Der Deerhound könnte theoretisch gesehen ein Relikt einer Urhunderasse darstellen, die schon vor den Kelten in Britannien und in weiten Teilen des westlichen Europas verbreitet war. Beschreibungen der Römer aus dem 3. Jahrhundert über keltische Windhunde könnten möglicherweise auf den Deerhound hinweisen.



Zum Rassestandard

Der Deerhound ist ein Hund von imponierender Größe, Gemäß dem Rassestandard soll die Schulterhöhe des Rüden mindestens 76 cm, die der Hündin 71 cm, betragen, jedoch ist die Entwicklung in diesem Punkt weitergegangen. Bei den heute gezüchteten Hunden liegt die durchschnittliche Schulterhöhe 10 % höher.



Die Rasse wird im Landesverband betreut vom:


Deutscher Windhund-Zucht-und Rennverband e.V.
Dagmar Kohl
Stettiner Straße 18
64823 Groß-Umstadt



März 2009


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