Seite ausgedruckt von  http://www.vdh-lv-hessen.de
Inhalte © VDH Landesverband Hessen e.V.

Neufundländer

Klassifikation:FCI-Gruppe 2 (Pinscher und Schnauzer, Molosser, Schweizer Sennenhunde)
Ursprung:Kanada / Großbritannien


Beschreibung

Das Hauptmerkmal des Neufundländers ist seine absolute Liebenswürdigkeit - auch fremden Menschen und Tieren gegenüber. Er ist ein Familienhund par excellence, ein unbestechlicher Freund und Begleiter, einfühlsam, majestätisch und kraftvoll. Er bewacht seine Familie, aber ohne jegliche Aggression.

Die Selbstsicherheit in seinem Handeln verleitet ihn mitunter zur Eigeninitiative.

Die Reizschwelle ist sehr hoch, der Jagdtrieb meistens nur noch im Ansatz feststellbar.
Sein Rettungsinstinkt  - nicht nur im Wasser – blieb seit Jahrhunderten erhalten. Durch seine hohe Lernfähigkeit kann er sich schnell neuen Situationen anpassen.


Verwendung

Durch seine historische Wasserverbundenheit ist der Neufundländer prädestiniert für die „Wasserarbeit“,  aber auch die Fähigkeiten als Zughund sind erhalten geblieben. In seiner Heimat Kanada und in den USA gibt es für die verschiedensten Arbeitsbereiche sogar Champion-Titel.

In vielen europäischen Ländern gibt es mittlerweile Wasserarbeitsgruppen, die Neufundländer für die Wasserrettung ausbilden.

Neufundländer sind aber auch tätig als Blindenführhunde, Therapiehunde (z. B. Altenheime, Schulen für schwer erziehbare Jugendliche) oder auch beim Katastropheneinsatz. Ihre Größe könnte dabei nachteilig wirken, aber ihre oben angesprochene Eigeninitiative gleicht dies wieder aus.



Geschichte

Wie der Name schon sagt, stammt die Rasse von der Insel Neufundland, die östlich vor Kanada liegt.

Der Ursprung des Neufundländers ist ungeklärt. Wahrscheinlich entspringt er einer Vermischung des nordamerikanischen Wolfes mit Eskimohunden – und mit von europäischen Seefahrern mitgebrachten Hunden.

Knapp 200 Jahre lang, bis Anfang des 19. Jahrhunderts verhängte England ein Besiedlungsverbot für die Insel, um die Interessen seiner Fischer zu schützen. Die Hunde halfen während der Fangsaison, indem sie z. B. Netze einholten, Leinen durch die Brandung an Land brachten, damit Helfer die Schiffe an einen ruhigen Ankerplatz ziehen konnten. Unzählige Schiffbrüchige verdankten den Hunden ihr Leben. Auch an Land wurden sie eingesetzt, um Lasten zu transportieren. Nach der Fangsaison wurden sie sich dann wieder selbst überlassen.  

Einige Fischer brachten Neufundländer als Nebenerwerb mit  nach Hause – allerdings anfangs nur Rüden, um das Geschäft zu erhalten. In England fand man sehr schnell Gefallen an diesen imposanten Hunden. Seit 1886 wird diese Rasse  in England zuchtbuchmäßig erfasst. 1893 wurde der „Neufundländer-Klub für den Kontinent“ gegründet, aus dem der „Deutsche Neufundländer-Klub“ hervorging.



Autor: Sibylle Welzbacher

April 2006


Weitere PortraitsBilder